Vor dem Kauf: passt Ofen und Schornstein zusammen?
Die wichtigste Frage stellst du am besten vor dem Kauf: Eignet sich dein Schornstein für den gewünschten Holzofen? Entscheidend sind Durchmesser, Höhe und Zug (Förderdruck). Der Abgasstutzen des Ofens muss zum Schornsteinquerschnitt passen – ist der Schornstein zu groß oder zu klein, leidet der Abbrand. Bei Unsicherheit führt der Schornsteinfeger eine Schornsteinberechnung durch.
Die Schornstein-Anforderungen
- Geeignet für Festbrennstoffe – rußbrandbeständig.
- Passender Durchmesser – abgestimmt auf den Abgasstutzen (z. B. 120 mm beim MG 100).
- Ausreichend Höhe & Zug – sonst zieht der Ofen schlecht.
- Korrekte Mündung – über First bzw. mit ausreichendem Abstand zu Dachflächen.
- Freigabe bei Mehrfachbelegung – nur nach Prüfung durch den Schornsteinfeger.
Aufstellort & Sicherheitsabstände
Ein Holzofen braucht einen sicheren Standplatz. Beachte die in der Bedienungsanleitung angegebenen Mindestabstände zu brennbaren Materialien – seitlich, nach hinten und nach oben. Vor der Feuerraumöffnung ist ein nicht brennbarer Bodenbelag Pflicht (Glas-, Stahl- oder Natursteinplatte), der die Öffnung nach vorne und zur Seite ausreichend überragt.
So läuft der Anschluss ab
- Schornsteinfeger kontaktieren – Eignung und Anschlussart klären.
- Aufstellort festlegen – Abstände und Bodenplatte prüfen.
- Ofen aufstellen – standfest und waagerecht.
- Rauchrohr verbinden – dicht an den Schornsteinanschluss (Wandfutter).
- Abnahme – der Schornsteinfeger prüft und gibt frei.
- Erstes Anheizen – sauber nach Anleitung, siehe richtig heizen.
Ofenrohr & Wanddurchführung
Das Ofen- bzw. Rauchrohr verbindet den Ofen mit dem Schornstein. Es sollte möglichst kurz, mit wenigen Bögen und leicht steigend verlegt werden, damit der Zug nicht leidet. Auch zum Rauchrohr gilt ein Sicherheitsabstand zu brennbaren Bauteilen – im Zweifel mit Strahlungsschutz oder einem doppelwandigen Rohr arbeiten.
Die Durchführung in den Schornstein erfolgt über ein passendes Wandfutter. Der Anschluss muss dicht sein, damit keine Abgase austreten und der Förderdruck erhalten bleibt. Im Zweifel übernimmt ein Ofenbauer die Montage – die Abnahme macht ohnehin der Schornsteinfeger.
Selbst anschließen oder Fachmann?
Einen Kaminofen anschließen ist grundsätzlich machbar, sollte aber fachgerecht erfolgen. Das Rauchrohr wird über ein Wandfutter (mit Mörtel gesetzt) mit dem Schornstein verbunden; moderne Schornsteine bestehen oft aus Edelstahl. Wer eine Wanddurchführung neu bohren muss oder unsicher ist, holt einen Fachmann. Beachte den Brandschutz: feuerfeste Unterlage, Abstände zu Brennbarem und die Herstellervorgaben aus der Gebrauchsanleitung.
Wichtig für den sauberen Betrieb ist ein ausreichender Schornsteinzug. Der Schornsteinfeger prüft bei der Abnahme den Zug, den fachgerechten Einbau und – bei Bestandsanlagen – ob nachgerüstet werden muss. Erst nach dieser Abgasmessung bzw. Abnahme darfst du den Ofen betreiben und dich auf wohlige Wärme freuen.
Raumluft & dichte Gebäude
In sehr luftdichten Neubauten oder Häusern mit Lüftungsanlage reicht die Verbrennungsluft aus dem Raum oft nicht aus – dann ist ein raumluftunabhängiger Holzofen die richtige Wahl. Welche Leistung dein Raum braucht, klärt der kW-Leitfaden.